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Bockbier (Bock und Doppelbock)

von Michael

Bockbier ist ein starkes Bier mit einer langen Tradition. Es gibt verschiedene Arten von Bockbier, beispielsweise Doppelbock oder Maibock. Bock gehört zu den Bieren mit dem stärksten Alkoholgehalt überhaupt. Das Bier mnit dem höchsten Alkoholgehalt der Welt ist Eisbock.

Bock gibt es dunkel und hell, darunter auch Weizenbock. Charakteristisch ist der hohe Gehalt an Stammwürze, der für den süßlichen, malzigen Geschmack sorgt. Der Geschmack ist voll, häufig mit einem deutlichen Röstaroma.

Oft wird Bockbier zu bestimmten Zeiten gebraut, beispielsweise als Maibock. Auch für den Herbst und Winter wird es gebraut, da es außerordentlich stark ist. Noch stärker ist Doppelbock, da die Stammwürze stärker hervortritt.

Typische Charakteristika

Bockbier hat einige charakteristische Eigenschaften, die es von anderen Biersorten abgrenzen. Da es dieses Starkbier in verschiedenen Arten gibt, können diese Charakteristika jedoch nicht immer exakt definiert werden.

Alkoholgehalt

Bockbier zeichnet sich durch einen starken Alkoholgehalt aus, der mindestens bei 6,5 Prozent liegt. Bei Doppelbock liegt der Alkoholgehalt bei mindestens 7 Prozent. Er kann bei bis zu 14 Prozent liegen. Einen noch stärkeren Gehalt an Alkohol kann Eisbock haben.

Stammwürzegehalt

Bockbier hat einen hohen Gehalt an Stammwürze, die durch den hohen Malzanteil und die Verfahrensweise beim Mälzen entsteht. Die Stammwürze von Bockbier liegt bei mindestens 16 Grad. Bei Doppelbock muss die Stammwürze mindestens bei 18 Grad liegen.

Bitterwerte

Die Bitterwerte von Bier entstehen durch die Verwendung von Hopfen und sind umso höher, je stärker der Anteil an Hopfen ist. Sie werden in IBU gemessen. Dieser IBU-Wert ist bei Bockbier und Doppelbock ziemlich hoch. Er liegt zwischen 25 und 35 IBU. Dieser bittere Geschmack tritt aber in den Hintergrund, da Bock und Doppelbock eine starke Malznote haben und daher eher süß schmecken.

Körper

Der Körper von Bockbier und Doppelbock ist durch den hohen Anteil an Malz und Stammwürze kräftig und vollmundig. Zumeist ist Bockbier etwas dickflüssig und hat einen samtigen Charakter.

Aroma

Das Aroma von Bockbier und Doppelbock ist süßlich mit einer malzigen oder brotigen Geschmacksnote. Es kann auch karamellig und etwas rauchig sein. Die Hopfennote ist nur dezent. Daher ist Bockbier trotz hohem IBU-Wert weniger bitter. Mitunter erinnert das Aroma von Bockbier an Dörrobst.

Aussehen

Da es verschiedene Arten von Bockbier gibt, kann das Aussehen dieser Biere nicht so genau beschrieben werden. Da Bockbier stärker eingebraut wird, ist es etwas dickflüssiger als andere Biersorten.

Maibock ist hell. Es gibt auch bernsteinfarbenes Bockbier. Häufig hat Bockbier jedoch eine dunkelbraune Farbe. Bockbier bildet oft nur wenig Schaum, der zumeist cremig ist.

Hopfenintensität

Die IBU-Werte von Bockbier können zwar ziemlich hoch liegen, doch die Hopfenintensität ist nur gering. Sie wird durch den stärkeren Malzgehalt in den Hintergrund gedrängt. Wie stark die Hopfenintensität ist, hängt von der Sorte ab. Die Hopfennote ist nur schwach ausgeprägt. Aufgrund der hohen Stammwürze schmeckt Bockbier nicht so bitter.

Oft verwendeter Hopfen

Bei Bockbier soll die Hopfennote nur dezent sein. Daher spielt der Hopfen eine untergeordnete Rolle. Für Bockbier wird lediglich Bitterhopfen verwendet. Auf Aromahopfen wird in der Regel verzichtet.

Was genau ist Bockbier, Bock und Doppelbock?

Hinter Bockbier und Bock steckt derselbe Biertyp. Bock ist die Abkürzung von Bockbier. Die Bezeichnung Bock hat nichts mit männlichen Tieren zu tun. Sie geht auf die niedersächsische Stadt Einbeck zurück, in der das Bier gebraut wurde. Dieses Einbecker Bier wurde nach Bayern exportiert. Dort erhielt es mitunter die Bezeichnung Ainpöckisch oder Ainpöck. Daraus wurde „ein Bock“ und schließlich Bockbier oder Bock.

Bockbier und Doppelbock sind Starkbiere, die einen hohen Gehalt an Stammwürze und Alkohol haben. Doppelbock wird als Doppelbock bezeichnet, da der Gehalt an Stammwürze und Alkohol noch stärker als beim einfachen Bock ist. Die Bezeichnung Doppelbock ist jedoch irreführend, denn die Werte für die Stammwürze und den Alkoholgehalt sind nicht das Doppelte vom einfachen Bock, sondern weniger.

Bockbier Arten

Es gibt verschiedene Bockbier Arten, die sich in ihrer Farbe, ihrem Alkoholgehalt und in ihrem Geschmack unterscheiden. Das sind die wichtigsten Arten:

Doppelbock

Bellheimer Doppel Bock

Bellheimer Doppel Bock

Doppelbock ist die stärkere Variante des Bockbiers. Es zeichnet sich durch eine höhere Stammwürze und einen höheren Alkoholgehalt aus. Der Alkoholgehalt liegt bei 7 bis 14 Prozent. Die Stammwürze muss mindestens 18 Grad betragen. Die Farbe von Doppelbock ist noch dunkler als beim klassischen Bockbier.

Der Legende nach wurde Doppelbock von den Paulanern im Kloster Neudegg ob der Au gebraut. Für die Mitglieder galten strengere Fastenregeln. Sie durften während der Fastenzeit nur flüssige Nahrung zu sich nehmen. Um die Fastenzeit besser überbrücken zu können, wurde der nahrhaftere und stärker alkoholische Doppelbock gebraut. Er galt als Retter in der Fastenzeit, weshalb er den Namen Salvator für Retter erhielt. Daher enden die Bockbiere verschiedener Brauereien noch heute auf die Endung -ator.

Maibock

Einbecker Mai-Ur-Bock Flasche

Einbecker Mai-Ur-Bock Flasche

Maibock hat eine hellere Farbe als andere Bockbier-Sorten und wird daher auch als heller Bock bezeichnet. Für Maibock wird mehr Hopfen und weniger Malz verwendet, weshalb es weniger süß und malzig schmeckt und eine höhere Hopfennote sowie einen stärkeren Bittergeschmack hat. Ursprünglich wurde Maibock im April, Mai und Juni verkauft. Auf diese Zeit geht der Name zurück.

Festbock

Die Bezeichnung Festbock geht darauf zurück, dass dieses Bier vor allem für das Weihnachtsfest gebraut wird. Beim Brauen von Festbock wird in der Brauwirtschaft häufig experimentiert. Gerne dürfen verschiedene Malzsorten und würzige Aromahopfen verwendet werden. Anders als bei anderen Bockbieren wird beim Festbock mehr Wert auf die hopfige Note gelegt.

Hopfen und Malz greifen beim Festbock häufig stärker ineinander. Das liegt daran, dass Festbock länger gelagert und gereift wird als andere Bockbiere.

Eisbock

Zur Herstellung von Eisbock wird das Bier vereist. Das gefrorene Wasser wird entfernt. Das Bier bekommt daher einen noch stärkeren Alkoholgehalt. Die Herstellung kann heute mit moderner Technik erfolgen. Ziel ist immer ein höherer Alkoholgehalt.

Brauereien führen mit dem Eisbock ihren Kampf um das stärkste Bier der Welt. Die Brauerei Schorschbräu im fränkischen Oberasbach schuf mit Schorschbock 43 ein Bier mit einem evon 43 Prozent. Das war längst noch nicht alles, denn der bislang stärkste Eisbock hatte einen Alkoholgehalt von 67,5 Prozent. Er wurde in der schottischen Brauerei Brewmeister mit dem Brewmeister Armageddon gebraut.

Weizenbock

Weizenbock ist ein Weizenbier, bei dem das Malz aus Gerste hergestellt wird. Anders als andere Weizenbiere wird Weizenbock stärker eingebraut. Hopfen tritt bei Weizenbock noch stärker in den Hintergrund, da der Fokus auf Weizen liegt.

Wie schmeckt Bockbier?

Da es bei Bockbier verschiedene Arten gibt, kann sich der Geschmack unterscheiden. Die Hopfennote ist bei den meisten Bockbieren und bei Doppelbock nur gering. Nur wenige Bockbier-Sorten haben eine starke Hopfennote. Bockbier und Doppelbock schmecken daher weniger bitter als andere Biere. Lediglich im Abgang kann das Bier bitter schmecken.

Superbock

Superbock

Bockbier ist aufgrund seines hohen Gehalts an Stammwürze süß. Es schmeckt kräftig und vollmundig. Es hat einen malzigen, brotigen Geschmack, häufig mit einer Note nach Karamell oder Dörrobst.

Wann passt Bockbier zu mir?

Bockbier passt zu Bierfreunden, die gerne Bier mit höherem Alkoholgehalt und einem malzigen, vollmundigen Geschmack trinken. Es spricht diejenigen an, die kein bitteres Bier mögen und bei denen es gerne süß oder karamellig sein darf.

Bockbier wird auch gerne von denjenigen getrunken, die häufig alkoholische Flüssignahrung mit höherem Nährwert zu sich nehmen. Die Kalorien sind nicht zu unterschätzen!

Geschichte des Bockbiers

Bockbier hat seinen Ursprung in Einbeck und kann schon auf eine lange Geschichte stolz sein. Die Stadt Einbeck in Niedersachsen erhielt 1240 mit dem Stadtrecht auch das Braurecht. Obergäriges Bier wurde im Mittelalter nach Italien exportiert. Damit es lange haltbar blieb, musste es einen hohen Gehalt an Stammwürze und Alkohol haben.

Um 1553 wurde Bockbier erstmals nach Bayern, vor allem nach München, geliefert. Dort erhielt es im Laufe der Zeit seinen Namen. Auch die Bayern versuchten sich schließlich am Brauen von Bockbier. Inzwischen wird Bockbier auch in anderen Ländern gebraut.

Doppelbock wurde erst im 17. Jahrhundert gebraut, als das Kloster der Paulanermönche in Neudegg errichtet wurde. Es galt als flüssige Nahrung in den Fastenzeiten und musste daher noch stärker sein.

Noch immer ist Bockbier beliebt. In verschiedenen Regionen finden Bockbierfeste statt. Auch das Wetteifern um das stärkste Bier der Welt, den Eisbock, ist zu einer Tradition geworden.

Herstellung von Bockbier

Die Herstellung von Bockbier unterscheidet sich, abhängig von der Sorte. Bei den meisten Bockbier-Sorten wird ein hoher Anteil an Malz verwendet, das häufig bei hohen Temperaturen gedarrt wird. Oft wird dieses Malz geröstet.

Charakteristisch für die Herstellung von Bockbier ist, dass nur Bitterhopfen verwendet und auf Aromahopfen verzichtet wird. Eine weitere Charakteristik ist das starke Einbrauen bei Bockbier. Die Flüssigkeit kocht ein. Dadurch entsteht ein höherer Alkoholgehalt. Das Bier wird dickflüssiger.

Bockbier Marken

Bockbier wird von verschiedenen Brauereien angeboten. Zu den wichtigsten Marken gehören

  • Paulanerbrauerei
  • Karlsberg Brauerei
  • Einbecker Brauhaus
  • Braumanufaktur Sander
  • Schönramer Landbrauerei
  • Pax Bräu
  • Giesinger Bräu.

Wie trinkt man Bockbier?

Bockbier sollte aufgrund des hohen Alkoholgehalts nur in geringen Mengen getrunken werden. Es wird daher meistens aus kleineren, bauchigen Gläsern getrunken. Die ideale Trinktemperatur liegt bei 10 bis 14 Grad.

Was schmeckt zu Bockbier?

Zu Bockbier schmecken verschiedene Käsesorten, Schinken, Schweinebraten, Eisbein und Lamm.

Bier Empfehlungen zu Bockbier

Sanders Böcke werden in der Braumanufaktur Sander in Worms gebraut. Dort werden verschiedene Arten wie Maibock, Pilsbock und Rauchbock gebraut, die stark limitiert und schon deshalb begehrt sind.

Saphir Bock kommt aus der Schönramer Landbrauerei und ist eine Art Craft Beer. Dieses Bockbier hat eine helle Farbe.

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